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Geruch der Diktatur
ist ein Projekt von
WIR MACHEN DAS
Über das Projekt

Der Geruch von Uniformen im Regen, der Knoten des Pionierhalstuchs. Bei einem Besuch der syrischen Autorin Dima Albitar Kalaji und der in Ostdeutschland aufgewachsenen Autorin Annett Gröschner im Stasimuseum Berlin im Jahr 2018 wurde beiden bewusst, wie resonant ihre Erinnerungen an die Erfahrungen in der Diktatur sind. Hier  untersuchen sie die Verflechtungen der syrischen und der DDR-Diktatur künstlerisch mit Mitteln der Recherche.

© Juliette Moarbes; Dima AlBitar Kalaji (links) und Annett Gröschner (rechts)

Wie riecht Diktatur? Was hinterlässt sie in uns? Wie repräsentiert sie sich auf dem Stadtplan, wie ist sie eingeschrieben in die Straßen, Bibliotheken, Alltagsgegenstände, Archive und Körper? Bei einem gemeinsamen Besuch der syrischen Autorin Dima Albitar Kalaji und der in Ostdeutschland aufgewachsenen Autorin Annett Gröschner im Stasimuseum Berlin im Jahr 2018 wurde beiden bewusst, wie resonant ihre Erinnerungen an die Erfahrungen in der Diktatur sind ­– trotz ihres Altersunterschieds, trotz der geografischen und politischen Unterschiede der Systeme.

Geruch der Diktatur entstand 2021. Es wurde 2023 unter dem Namen Lebendiges Archiv – Vom Umgang der Diktatur weiterentwickelt.

Der Geruch von Uniformen im Regen, der Knoten des Pionierhalstuchs. Die Angst vorgeladen zu werden in eine Behörde. Träume der Diktatur. Dima Albitar Kalaji und Annett Gröschner untersuchen in diesem Projekt die Verflechtungen der syrischen und der DDR-Diktatur künstlerisch mit Mitteln der Recherche. Dafür durchforsten sie Archive und führen Gespräche mit syrischen und deutschen Zeitzeug*innen, die in beiden Systemen gelebt haben.

Die Einschreibung der Diktaturen in den Alltag und in die Körper steht dabei im Vordergrund der Untersuchung. Denn die Körper sind nach 1989 nicht in den Archiven verschwunden, sie gehen in wissenschaftlicher Forschung nicht auf. Sie reagieren bis heute – und überraschenderweise trotz der Unterschiede des syrischen und ostdeutschen Systems häufig sehr ähnlich. Diese Ähnlichkeiten will das Projekt erforschen. Ihre haptischen, olfaktorischen, psychischen, emotionalen Grundlagen gleichwie ihre Rückbindung an konkrete Verflechtungen der politischen Systeme; den Austausch der Geheimdienste, aber auch von Studierenden, Expert*innen, Diplomat*innen oder Liebenden zwischen Syrien und der DDR.

Die Ergebnisse der Recherchen dokumentiert das Projekt in Interviews, Foto- und Video-Ausschnitten, verdichteten Geschichten, Essays und einem Podcast. Die „Karte der Sinne“ auf der Startseite dieser Website, markiert die die geografischen und sinnlichen Orte der Diktaturerfahrungen, an denen sich Verbindungen ergeben.

 „Geruch der Diktatur. Parallelen und Verflechtungen von Diktaturerfahrung in der DDR und in Syrien“ ist ein Projekt von WIR MACHEN DAS. Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Dima Al Bitar Kalaji (links) und Annett Gröschner (rechts im Bild)