Texte > Gedächtnis
Geruch der Diktatur Symbolbild, Lampe © Privat
© Privat

Dima Al-Bitar Kalaji:
Der Tintenfinger

Weiße Marmorsäulen zieren die Eingangshalle des alten Einwohnermeldeamtes in Damaskus. Mit grober Hand drückten einem die Beamten den Finger in den tintengetränkten Schwamm, bis widerliche Bläschen aufstiegen, und stempelten ihn dann auf das Papier.

Lesen
© Ghaith Zamrik, Damaslin (Bernauer Strasse, Berlin mit dem Dschabal Qasyun), Fotomontage
© Ghaith Zamrik

Sam Zamrik:
Der Klang von Beton

Menschen hingen an den Türen der Busse, die durch dezimierte Räume voller Bewaffneter fuhren. Alles war übertrieben laut.

Lesen
Geruch der Diktaktur, Dima AlKalaji,
© Houmam Alsayed (2019)

Dima Al-Bitar Kalaji:
Die raue Stimme

In jedem Gebäude Berlins wohnt ein Feldwebel, der über die Geräusche der anderen wacht. Seine Beschwerden bringen mich dazu, in meiner Wohnung unwillkürlich die Stimme zu senken, wie zu Zeiten von Hafiz al-Assad.

Lesen
Foto eines handgeschriebenen Gedichtes von Nagham Haidar © Privat
© Privat

Nagham Hayder: Goldener Ritter

Nagham Hayder schrieb schon mit acht Jahren Gedichte. Siebenundzwanzig Jahre später antwortet sie – zunächst in der dritten Person – auf ein Gedicht ihres damaligen Ich, indem sie die Quellen des Schreibens untersucht.

Lesen
Fahnenapell © Detlef Seemann
© Detlef Seemann

Wenke Seemann:
Fahnenappell

Fahnenstangen und ein Appellplatz aus Schotter, das war der Schulhof einer Polytechnischen Oberschule im Neubaugebiet Groß Klein in Rostock 1985. Während der Vater von oben fotografierte, stand unten die Tochter in der Menge.

Lesen
Geruch der Diktatur, Widad Nabi
© privat

Widad Nabi:
Die Gasmaske – Gemisch aus Menstruationsblut und Sarin

Wie Du auf dem Bild mit Gasmaske und Schutzanzug stehst, sieht aus wie ein Standbild aus den achtziger Jahren. Dieses Foto bringt ähnliche Bilder von Ereignissen aus meiner Vergangenheit in mein Gedächtnis zurück, Wunden, die mich über all die Kriegsjahre begleiteten und nie ganz verheilt sind.

Lesen
nach oben